Im Spannungsfeld der Währungen

Die internationalen Aktienmärkte haben sich im ersten Halbjahr 2017 ausgesprochen freundlich entwickelt. Alle wichtigen Aktienindizes standen am 30. Juni deutlich im Plus. Beim DAX waren es 7 Prozent, US-Aktien konnten – gemessen am S&P 500 – um 8 Prozent zulegen, und der Weltaktienindex MSCI World verbuchte ein Plus von 9 Prozent. Den größten Sprung machte der Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets mit rund 17 Prozent.

Die Freude über die positive Performance wird jedoch getrübt, wenn man die Wechselkursentwicklung der vergangenen Monate betrachtet. Der Dollar hat in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Euro um 8,6 Prozent an Wert verloren. Verbesserte Konjunkturaussichten, die politische Entspannung im Euroraum nach dem klaren Votum für Emanuel Macron bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Frankreich und die Erwartung, dass die EZB künftig die Zügel der Geldpolitik wieder straffer anziehen könnte, ließen den Euro gegen die Erwartung der meisten Marktteilnehmer steigen.

Das bekommen auch Anleger zu spüren, die ihr Geld weltweit investiert haben. Bei internationalen Aktienfonds die in US-Dollar notieren, dazu zählen auch Schwellenländerfonds, wurden die Kursgewinne im Dollar durch den Euroanstieg teilweise ausgeglichen. Die Währungsverluste schmälern also die Gesamtrendite des Anlegers.

Chancen und Risiken schwankender Wechselkurse

Das erste Halbjahr 2017 hat wieder einmal exemplarisch gezeigt, dass schwankende Wechselkurse den Wert internationaler Aktieninvestments kurzfristig stark beeinflussen können. Als langfristig orientierter Anleger kann man diese temporären Währungsschwankungen jedoch gelassen sehen. Zum einen gibt es bei Wechselkursen keinen eindeutigen Trend. So liefern sich der Euro und der Dollar seit Jahren ein Kopf an Kopf Rennen, mal liegt der eine vorne, mal der andere. Währungsgewinne und Währungsverluste gleichen sich so über die Zeit aus. Zum anderen stehen den Wechselkurseffekten immer gegenläufige Aktienkurseffekte gegenüber. Ein steigender Dollar bringt einem Anleger aus dem Euroraum, der Aktien eines global agierenden US-Unternehmens besitzt, zunächst einen Währungsgewinn. Doch auf der anderen Seite führt der stärkere Dollar dazu, dass das US-Unternehmen weniger exportieren kann. Das wiederum drückt den Aktienkurs und gleicht den Währungsgewinn aus.

Eine Wechselkursabsicherung ist bei internationalen Aktieninvestments daher nicht sinnvoll. Die beste Strategie gegen Währungsrisiken ist noch immer eine breite Streuung der Aktien und ein langfristiger Anlagehorizont. So lassen sich die unvermeidlichen Währungsschwankungen am besten abfedern.

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