Don’t believe the hype

Der altehrwürdige Dow Jones Industrial Average gilt als Leitindex für den US-Aktienmarkt. Vor kurzem erst hat er die Rekordmarke von 20 000 Punkten geknackt. Doch allzu große Aufregung ist deshalb nicht angebracht. Klar, der amerikanische Aktienmarkt besitzt legendäre Stärke. Doch ausgerechnet der Dow Jones zeigt das am wenigsten. Seit seiner Veröffentlichung vor 120 Jahren ist der Index jedes Jahr um durchschnittlich 5,24 Prozent gestiegen – vor Inflation. Real betrug der jährliche Zuwachs gerade einmal klägliche 2,29 Prozent. Das ist alles andere als berauschend. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man die Dividendenzahlungen der im Dow Jones enthaltenen Aktien bei der Wertentwicklung berücksichtigt. So betrachtet hätte der Index die Marke von 20.000 Punkten bereits Mitte der 1960er Jahre erreicht und würde heute bei sagenhaften 2 Millionen Punkten stehen.

Als Performanceindex, bei dem die Dividenden aus dem Besitz der Aktien wieder in Aktien des Index reininvestiert werden, wäre der Dow Jones jährlich um rund 9 Prozent gestiegen, inflationsbereinigt um rund 6 Prozent.

Der Dow Jones Industrial Average wird nur auf Basis der Aktienkurse der im Index vertretenen Unternehmen ermittelt. Das Konzept des Performanceindex, bei dem auch die Dividendenzahlungen in die Berechnung mit einfließen, war bei der ersten Veröffentlichung im Jahr 1896 noch nicht bekannt. Ob der Dow Jones nun die 20.000 Punkte erreicht oder nicht, sollte Sie deshalb eigentlich kalt lassen. Dafür zeigt der Dow Jones als Performanceindex auf beeindruckende Weise, dass Aktieninvestments der wahre Weg zur Vermögensbildung sind. Leider ist dieser Teil der Geschichte unbeachtet geblieben.

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