Aktiv Chancen nutzen

Nicht jeder Anleger kennt das Konzept des vermögensverwaltenden Fonds. Was steckt dahinter und worin besteht der Unterschied zu Aktien- oder Mischfonds?

Martin Eininger: In vermögensverwaltenden Fonds können wir ein viel breiteres Spektrum an Anlageklassen nutzen, darunter Aktien, Rentenpapiere, ETFs, sowie Alternative Investments wie etwa Rohstoffe und Währungen. Wir arbeiten dabei nicht mit festen Quoten, sondern steuern den Anteil der einzelnen Assetklassen sehr flexibel. Wenn wir Gelegenheiten am Markt erkennen oder uns gegen mögliche Risiken absichern wollen, greifen wir aktiv ein, auch mit Hilfe von Derivaten, also Finanzprodukten, deren Preise und Entwicklung wiederum vom Preis anderer Finanzprodukte, zum Beispiel einer Aktie oder eines Rohstoffs abhängen. Da wir, anders als etwa ein klassischer Aktienfonds, nicht an Benchmarks gebunden sind, zählt für uns nur das absolute Ergebnis. Oberstes Ziel ist, wenn möglich, stets eine absolut positive Wertentwicklung zu erzielen.

 

Welche Assetklassen haben Sie beim PTAM Balanced Portfolio OP besonders stark gewichtet und warum?

Martin Eininger: Der Schwerpunkt des Fonds liegt im Aktienbereich. Da es kaum noch Zinsen am Rentenmarkt gibt, müssen wir nach Anlagen suchen, die uns die Chance auf Kursgewinne geben und die gleichzeitig auch Dividenden bezahlen. Wir setzen dabei verstärkt auf Aktien ETF’s (Exchange Trades Funds), welche zum Großteil physisch repliziert sind. Das bedeutet, dass der ETF den jeweiligen Index durch den direkten Kauf der darin enthaltenen Titel nachbildet. So kauft etwa ein ETF auf den DAX Aktien der 30 DAX-Unternehmen und gewichtet diese genauso wie im deutschen Leitindex. Grundsätzlich sind ETFs kostengünstig, sehr liquide und ermöglichen eine breite Risikostreuung. So können wir die wichtigsten Märkte der Welt im PTAM Balanced abbilden. Der Aktienbaustein macht circa 60 Prozent des Portfolios aus. Ergänzt wird er vor allem durch taktische Bausteine. Zu diesen zählen Alternative Investments wie Rohstoffe und Private Equity, sowie Absicherungsinstrumente wie Optionen und Futures.

 

Auf welcher Grundlage treffen Sie Ihre Investmententscheidungen?

Steffen Müller: Die Anlageentscheidungen erfolgen aufgrund einer Kombination aus fundamentalen und charttechnischen Überlegungen. Für das Timing setzen wir unseren eigenen Trendbarometer ein. Sämtliche Entscheidungen werden aus einem internen unabhängigen Research abgeleitet. Die gesamtwirtschaftlichen Prognosen, sowie die Potentialanalyse der für den Fonds relevanten Assetklassen erfolgen durch unsere Experten. Das ist die Dienstleistung, die wir für unsere Anleger erbringen.

 

Ihr Fonds verfügt über eine dynamische Absicherungsstrategie. Was verbirgt sich dahinter?

Steffen Müller: Wir betreiben im PTAM Balanced Portfolio OP keine permanente Risikoabsicherung, sondern ziehen ein opportunistisches Hedging vor. Die Absicherung erfolgt also immer nur für bestimmte Marktphasen. Dabei arbeiten wir mit einer Kombination aus Future-und Optionsabsicherung. Die dynamische Absicherungsstrategie wird täglich beobachtet und angepasst, wenn es angezeigt ist.

 

Nach welchen Kriterien erfolgen die Eingriffe zur Risikoabwehr?

Steffen Müller: Ob wir aktiv werden oder nicht, richtet sich nach verschiedenen Parametern. Da ist zum einen die Marktstimmung oder das Sentiment, wie die Börsianer sagen. Wenn man sich näher mit der Sentimenttechnik befasst, kann man herausfinden, in welcher Phase sich ein bestimmter Markttrend gerade befindet. Die Psychologie spielt bekanntlich eine wichtige Rolle an den Finanzmärkten. Auch Trendbrüche im kurz-oder langfristigen Bereich können ein Grund sein einzugreifen, ebenso wenn die Marktvolatilität plötzlich deutlich steigt. Und nicht zu vergessen die allgemeine Nachrichtenlage. Politische Ereignisse, wie etwa der Brexit, können zu einer erhöhten Volatilität oder sogar Marktverwerfungen führen und ebenso gut Gelegenheiten zum Kauf bieten.

 

Der PTAM Balanced Portfolio OP ist in den letzten Jahren sehr gut gelaufen. Was würden Sie sagen, waren im Nachhinein betrachtet Ihre besten Anlageentscheidungen?

Martin Eininger: Wir lagen goldrichtig mit unseren Sektor- und Länderentscheidungen, wie etwa den kleinen und mittleren Unternehmen in Asien oder dem ETF auf den SToxx 600, der die Aktien der 600 größten börsennotierten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern abbildet. Außerdem haben wir mit einigen Einzelwerten, wie etwa der Datagroup und Princess Private Equity eine sehr gute Auswahl getroffen. Was sicher auch zum Erfolg des Fonds beigetragen hat ist die Tatsache, dass wir immer konsequent in unserer Risikostrategie geblieben sind. Wenn nötig haben wir Absicherungen aufgebaut, diese dann aber auch wieder rechtzeitig reduziert.

Wird’s nie wieder schwach?

Die Trump-Rally hat den amerikanischen Aktienmarkt und die Weltmärkte auf Höchststände gebracht, die in der Geschichte nur einmal übertroffen wurden. Wie lange geht es so weiter?

Gemessen am zyklisch bereinigten KGV nach Robert Shiller ist die aktuelle Bewertung des amerikanischen Marktes so hoch wie 1929 und wurde nur von 1997 bis zum Jahr 2000 übertroffen. Die extreme Geldpolitik der Notenbanken, welche die Anleger in risikoreiche Investments zwingt, liefert eine allgemeine Erklärung dafür. Aus ihr ließe sich der alte Schlachtruf des Aktienvertriebs ableiten: „es wird nie wieder schwach“.

Die Trump-Rally kam zusätzlich unter ganz besonderen Bedingungen zustande, nämlich dem Versprechen von Steuersenkungen und Deregulierung durch Trump einerseits und dem Durchmarsch der Republikaner beim Präsidentenamt, im Abgeordnetenhaus und im Senat andererseits. Was kann da noch schiefgehen? Nicht nur die Aktienmärkte, auch wichtige Indikatoren wie die Konsumentenstimmung schossen in die Höhe. Wie die folgenden Überlegungen zeigen, ist jedoch noch längst nicht ausgemacht, dass die Trump-Rally auf Dauer so weiter läuft.

Das Scheitern der Republikaner bei der Reform von Obamacare hat aller Welt vor Augen geführt, dass die Umsetzung ihres Programms keineswegs garantiert ist. Die Partei ist in verschiedene Lager gespalten, von denen eines auch strikt gegen eine Ausweitung der Schulden ist. Somit sollte die Trump-Steuerreform neben einer Senkung der Tarife auch zusätzliche Einnahmequellen bringen, etwa durch den Wegfall der Absetzbarkeit von Schuldzinsen oder durch Steuern auf Einfuhren. Der Umsetzung der Steuerreform stehen also massive Hürden entgegen. Zwei Jahre hat die letzte große Steuerreform in den USA, nämlich die unter Reagan gebraucht, bis sie verabschiedet war. Trump und sein Finanzminister Mnuchin nähren große Erwartungen, dass es diesmal schneller gehen wird. Die misslungene Reform von Obamacare ist geeignet, diese Erwartungen zu untergraben. Sollten sie enttäuscht werden, so würde der Trump-Aktienrally die Basis entzogen und ein Rückschlag am Markt wahrscheinlicher.

Während die obigen Überlegungen auf der Logik der Trump-Rally aufbauen, kann man die Frage der Fortdauer dieser Rally auch mit Marktdaten direkt analysieren. Aktienrallys brauchen zyklische Sektoren, die sie tragen. Erlahmen die Zykliker, so endet die Rally oder kehrt sich um. Eine Abgrenzung der Zykliker nach Roh- und Grundstoffen, Banken und Technologie liefert folgendes Bild: Der Bloomberg Weltaktienindex für Roh- und Grundstoffe hat im Februar seinen Höchststand überschritten. Preise für zugrundeliegende Metalle wie Stahl fallen. Der amerikanische Bankenindex hat im Verlauf des März um 10 Prozent korrigiert. Bei Technologiewerten dagegen ist der Aufwärtstrend ungebrochen, insbesondere die Halbleiter, erreichen täglich neue Höchststände. Diese gilt es besonders zu beobachten. Sollte dieser Trend kippen oder die übrigen Zykliker noch schwächer werden, so könnte es am Aktienmarkt insgesamt wieder schwach werden.

 

Über Dr. Walter Naggl

Der studierte Volkswirt promovierte im Jahr 1980 zum Thema „Konjunkturmodell auf der Basis von Ifo-Daten“. Im Jahr 1991 folgte die Habilitation zum Thema „Effizienz des Devisenmarktes“. Bis zum Jahr 2000 hielt Dr. Naggl Vorlesungen an der Universität München zu den Themen Ökonometrie, Konjunktur, Zinsen und Wechselkurse. Auf Grundlage seiner Absolute Return-Strategie erreichte der Fondsmanager in den vergangenen zehn Jahren für institutionelle Kunden, insbesondere Versicherer, einen überdurchschnittlichen Wertzuwachs. Nach dem identischen Ansatz wird der Publikumsfonds PTAM Absolute Return gemanagt.

Deutschlands Zukunft liegt im Euro

Dass der Euro ausgerechnet in Deutschland so wenig Unterstützer hat, ist nur schwer zu verstehen. Die Gemeinschaftswährung beschert dem Land nämlich mehr Vorteile als Nachteile.

Gegner des Euro fordern die Wiedereinführung der nationalen Währungen. Dann, so ihr Argument, könnten strukturschwache Länder wie etwa Griechenland, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit durch die Abwertung der heimischen Währung erhöhen. Was auf den ersten Blick als vernünftige Idee erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen jedoch als fataler Trugschluss. Erinnern wir uns kurz zurück an die Zeiten, als es den Euro noch nicht gab. Damals werteten die Länder Europas ihre nationalen Währungen regelmäßig ab, um sich Vorteile im Preiswettbewerb zu verschaffen. Die kurzfristigen Gewinne, die damit erkauft wurden, kamen Europa jedoch insgesamt teuer zu stehen. Denn die Abwertungsspirale führte nicht nur zu höherer Inflation und steigenden Zinsen. Sie zog auch Länder mit einer ausgeprägten Haushaltsdisziplin und einer stabilen Währungspolitik mit nach unten. So liefen die Anstrengungen der deutschen Industrie, die alles daran setzte ihre Kosteneffizienz zu steigern, regelmäßig ins Leere sobald Italien oder Spanien die Preise ihrer Industriegüter über den Wechselkurs anpassten. Während China, Japan und die USA zur gleichen Zeit in ihre heimischen Industrien investierten, verschlechterte sich die Position europäischer Unternehmen zusehends. Der Abwertungswettlauf kannte nur Verlierer: Hohe Arbeitslosigkeit, hartnäckige Inflation und ein investitionsfeindliches Zinsniveau in Europa waren die Folgen.

In der Eurozone steht der Wechselkurs als Waffe heute nicht mehr zur Verfügung. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sind die Mitgliedsstaaten jetzt gezwungen, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft zu erhöhen und hochwertige Produkte zu günstigen Kosten anzubieten. Dieser Prozess hält die Inflationsrisiken in Schach, schützt den gemeinsamen Markt vor Angreifern und verschafft Europa eine günstige Ausgangsposition im weltweiten Wettbewerb um Marktanteile mit den USA, China und Japan.

Am meisten profitiert davon  Deutschland. Dank einer ausgeprägten Kosteneffizienz und der bemerkenswerten Qualität ihrer Produkte, sind deutsche Unternehmen heute auf vielen Gebieten Marktführer in der Welt. Die extrem niedrigen Zinsen und der relativ schwache Außenwert des Euros schaffen zudem ein Umfeld, in dem Deutschland seine Effizienzvorteile voll ausspielen kann. Der enorme Leistungsbilanzüberschuss gegenüber anderen Ländern Europas spricht Bände.

Die Deutschen verfügen über eine der leistungsstärksten Industrien der Welt. Doch sie sollten ebenfalls anerkennen, dass ihnen die Eurozone großen Rückhalt verschafft. Wie alles Gute im Leben, hat auch dies seinen Preis. Die Europäische Zentralbank ist gezwungen, das Fundament der Währungsunion durch unkonventionelle Maßnahmen zu stützen. Doch niemand sollte die expansive Geldpolitik unserer Tage mit einem übermäßig generösen Verhalten gegenüber den strukturell schwächeren Ländern gleich setzen. Die EZB will mit allen Mitteln die Vergabe von Investitionskrediten ankurbeln um damit die Wirtschaft zu beleben. Und wenn es sein muss, dann senkt sie den erwarteten Ertrag auf risikolose Zinspapiere gegen Null. Die Banken sollen damit aus dem Geschäft mit Anleihen gedrängt werden und stattdessen wieder stärker in die Kreditvergabe einsteigen. Dass die Nullzinspolitik auf Abneigung stößt ist psychologisch nachvollziehbar. Schließlich begegnen Menschen Veränderungen in ihrer Lebensumwelt  mehrheitlich mit Ablehnung. Doch ökonomisch ist dieses Verhalten unbegründet. Die Vorteile, die Deutschland aus der gemeinsamen Währung zieht, sind einfach viel zu groß, als dass man den Euro aufgeben könnte.

Über Prof. Dr. Stefan Duchateau

Prof. Duchateau blickt auf bereits über 25 Jahre Erfahrung im Portfolio-Management zurück. Neben seinen Professuren an der KU Leuven, HU Brussel und Uni Hasselt in den Bereichen Risiko-Management, Financial Engineering und Portfolio Management, entwickelte und konzipierte er den Kapitalsicherungsfonds (capital protected funds). Prof. Duchateau ist Anlageberater des Global Allocation UI und erstellt eigene makroökonomische Analysen, Asset Allocation Modelle, Risikomanagement-Tools und spezielle Auswahlverfahren für geeignete Anlageklassen.

Ausschüttungsbekanntmachung

Für das Geschäftsjahr 01.01.2016 – 31.12.2016 wurden folgende Ausschüttungen vorgenommen:

  ISIN WKN Ausschüttungsdatum Ausschüttungsbetrag pro Anteil
PTAM Defensiv LU0260464168 A0J4J5 25.04.2017 0,4195 €
PTAM Balanced LU0084489227 987725 25.04.2017 1,8926 €